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Jugendstil Möbel Wohnzimmer

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Jugendstil Möbel Wohnzimmer – Jugendstil Möbel Wohnzimmer

Wie wohnt eigentlich ein Revolutionär? Im Falle des vor 150 Jahren im schottischen Glasgow geborenen Jugendstil-Baumeisters Charles Rennie Mackintosh lässt sich die Frage mit einem Blick in sein ehemaliges Wohnhaus in seiner Heimatstadt so beantworten: revolutionär.

Inspirierend Jugendstil Möbel Bild Von Möbel Dekoratives 12 ..

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Während die bürgerlichen Kreise Britanniens zu Beginn des 20. Jahrhunderts meist in viktorianischen Stadthäusern residierten, vollgestopft mit verschnörkelten Kommoden, dunklen Samtvorhängen, fetten Fauteuils und historisierenden Ölschinken an den Wänden, mit denen adelige Grandezza vorgegaukelt wurde, war Mackintosh ganz anders eingerichtet. Geradlinig, modern, schnörkellos, hell.

Der zentrale Salon im Mackintosh House glänzt ganz in Weiß: weißer Teppich, weiße Kamine, weiße Bücherregale, weißes Schreibkabinett, weißer Tisch. Keine Kronleuchter, keine Ölgemälde, große Fenster, offene Sichtachsen. Der Raum wirkt bis heute zeitlos elegant, aber nicht unterkühlt, man kann ihn mit Fug und Recht als das modernste hundertjährige Wohnzimmer der Welt bezeichnen.

Er symbolisiert perfekt den Glasgow Style – jenen ganz speziellen Jugendstil, den Mackintosh zwischen 1890 und 1910 entwickelt hatte, der geometrische und florale Formen, keltische und japanische Designelemente miteinander kombiniert. Und für den der Revolutionär mit dem markanten Schnauzbart heute als Pionier der Moderne gefeiert wird.

Das war nicht immer so. Der Architekt, Designer, Kunsthandwerker und Maler hatte zwar mit Bravour an der VIII. Ausstellung der Wiener Secession und an der Ersten Internationalen Ausstellung für moderne dekorative Kunst in Turin teilgenommen. Neben Häusern hatte er auch Möbel, Lampen, Bestecke, Inneneinrichtungen gestaltet, überwiegend in Glasgow.

Doch der Erste Weltkrieg verhinderte seinen großen internationalen Durchbruch. Und nach dem Krieg interessierte sich kaum noch jemand für Jugendstil, zudem war kein Geld mehr da für architektonische Extravaganzen. Mackintosh war out, 1923 zog er verarmt nach Frankreich und schlug sich als Aquarellmaler durch. Fünf Jahre später starb er an Zungenkrebs.

Leider war man sich in Glasgow, dessen Fabriken und Werften ab den 50er-Jahren einen beispiellosen Niedergang durchmachten, in keinster Weise des Schatzes bewusst, den Mackintosh hinterlassen hatte. 1963 riss die Stadt sogar sein von ihm komplett gestaltetes und eingerichtetes Wohnhaus mit dem modernen weißen Wohnzimmer ab. Immerhin wurde es vorher vermessen, einige Möbel wurden eingelagert.

Erst 1968, 40 Jahre nach seinem Tod, gab es eine erste Mackintosh-Ausstellung – allerdings nicht in Glasgow, sondern in Edinburgh. Es sollte noch bis in die späten 70er-Jahre dauern, bis man auch in Glasgow den verkannten Sohn aus der Versenkung hervorholte.

Städtische Museen begannen endlich, seine Möbel zu sammeln. Eine Bürgerinitiative rettete die Church at Queen’s Cross, die einzige von Mackintosh je gebaute Kirche, die den Verkehrsplanern im Wege stand. Unterstützt wurde die Initiative von Prinzessin Margaret, Schwester der britischen Queen, die den drohenden Abriss als „crazy“ bezeichnete.

Man baute sogar das abgerissene Mackintosh House ein paar Hundert Meter vom ursprünglichen Standort entfernt wieder auf, weitgehend originalgetreu, als Teil der Hunterian Art Gallery auf dem Universitätsgelände; 1981 wurde es eröffnet.

Und 2018, 150 Jahre nach seiner Geburt, feiert man Charles Rennie Mackintosh endlich groß, mit Ausstellungen und Wiedereröffnungen, weshalb sich ein Glasgow-Besuch mehr denn je lohnt. Man muss allerdings ein bisschen suchen zwischen den viktorianischen Sandsteinbauten und brutalistischen Betonkästen aus den 1960er-Jahren, die Glasgow prägen, um Mackintoshs Werke zu finden. Immerhin existieren noch ein knappes Dutzend Gebäude, die er ganz oder zum Teil gestaltet hat.

Das dreigeschossige, neue alte Mackintosh House vermittelt am intensivsten, wie der Meister lebte, wie revolutionär er dachte. Glasgow war Anfang des 20. Jahrhunderts ein vom Industriequalm verdreckter Moloch, Mackintoshs helles Wohnhaus wirkte in diesem düsteren Umfeld wie eine Lichtung, eine Oase.

Außer dem eingangs beschriebenen Salon kann man auch sein Schlafzimmer besichtigen, mit weißem Himmelbett und stilisierten Rosen. In allen Räumen stehen die typischen Mackintosh-Stühle mit giraffenhalslanger Rückenlehne, auf denen man nicht hockt, sondern thront. Wer hier zu Gast war, dem wurde Haltung abverlangt, erst recht im Esszimmer im Erdgeschoss, das in seiner geradlinigen Strenge fast japanisch wirkt, obwohl Mackintosh nie in Asien war.

Jugendstil entdecken: Ideen zum Einrichtungsstil! - Jugendstil Möbel Wohnzimmer

Jugendstil entdecken: Ideen zum Einrichtungsstil! – Jugendstil Möbel Wohnzimmer | Jugendstil Möbel Wohnzimmer

Nördlich der Universität mit dem Mackintosh House schließt sich das Arbeiterviertel Springbank an – arm, aber nicht sexy. Hier steht, seltsam deplatziert an einer Ausfallstraße, die gerettete Church at Queen’s Cross, heute schottisches Nationaldenkmal und Sitz der Mackintosh Society.

Alles hier ist original erhalten und mit angemessener Patina belegt, das blaue, herzförmige Altarfenster, die Kanzel, die Kirchenbänke, die Holzpaneele mit geschnitzten Blattmotiven. Gottesdienste finden seit 1976 nicht mehr statt, aber man kann hier heiraten, Konzerte besuchen oder die Kirche besichtigen, die praktischerweise über Glasgows bestsortierten Mackintosh-Souvenirshop verfügt, mit Postern, Wanduhr-Repliken und Buchstützen, die man sich auch ohne Bücher sofort ins Regal stellen würde.

Des Meisters Meisterwerk ist aber nicht das Gotteshaus, sondern die Glasgow School of Art, die er in zwei Abschnitten zwischen 1896 und 1910 komplett gestaltete. Die Sandsteinfassade, die an eine schottische Burg gemahnt, die Türbeschläge, die Riesenfensterfronten, der Gitterzaun mit stilisierten Jugendstil-Insekten: alles original Mackintosh.

Herzstück ist die mehrgeschossige Bibliothek mit Galerie, eigens angefertigten Möbeln, eckigen Kandelabern im Wolkenkratzer-Look – ein Gesamtkunstwerk in jeder Hinsicht.

Leider kann man es derzeit nur auf Fotos bewundern, denn im Mai 2014 ging die Kunstakademie zum Teil in Flammen auf. Brandursache war ein Kurzschluss in einem Projektor. Die Stadt, die sich inzwischen ihres berühmten Sohns bewusst war, stand unter Schock. Zum Glück wurden nur rund 20 Prozent der Fassade und 30 Prozent des Innenlebens zerstört.

Seither wird Glasgows Wahrzeichen umfassend und originalgetreu renoviert, erst 2019 wird es wiedereröffnet. Offen steht Besuchern das Reid Center, der futuristische Neubau der Kunstschule auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Im Rahmen von Studentenführungen erfährt man interessante Details: etwa dass Mackintosh aus Kostengründen für die Bibliothek nicht Massivholz verwendete, sondern stattdessen billige Pappel mit edlem Tulpenholz furnieren ließ – dieses Geheimnis wurde erst nach dem Brand entdeckt, als man verkohlte Reste der Bibliothek akribisch untersuchte.

Höhepunkt im Neubau ist die umfangreiche Sammlung von erhaltenen Originalmöbeln, darunter viele Stühle, die früher in den Teehäusern Glasgows standen, von denen Mackintosh vier gestaltet hatte.

Seine Auftraggeberin war Catherine Cranston, Geschäftsfrau und Vorkämpferin der Abstinenzbewegung. Der exzentrische Architekt war zwar selbst ein Trinker, darüber sah Mrs. Cranston aber großzügig hinweg, weil seine Popularität die beste Werbung für ihre Teesalons war.

Sie ließ Mackintosh freie Hand, er gestaltete alles selbst, von den Möbeln über Besteck und Beleuchtung bis zur Garderobe der Kellnerinnen. Die Teehäuser hatten Raucher- und Billardzimmer, es gab Dominotische und separate Damenbereiche.

Die Teesalons waren gedacht als alkoholfreie Alternative zu den vielen Pubs, in denen sich Glasgows Arbeiterschaft mit Bier und Whiskey volllaufen ließ. Und als kultivierter Treffpunkt für die wachsende Mittelschicht, die zum Afternoon Tea in spektakulärem Ambiente einkehren wollte.

Es überrascht nicht, dass Mrs. Cranstons Versuch, Glasgow trockenzulegen, fehlschlug. Die Teehäuser setzten sich gegen die Pubs nicht durch und machten nach und nach dicht. Kein einziges existiert mehr im Original, immerhin wurden Teile des Mobiliars gerettet.

Antike Möbel aus Holz Jugendstil gerade wiederhergestellt auf weiß ..

Antike Möbel aus Holz Jugendstil gerade wiederhergestellt auf weiß .. | Jugendstil Möbel Wohnzimmer

Im städtischen Kelvingrove Museum, das über die weltgrößte Mackintosh-Sammlung verfügt, ist das verrückteste Teezimmer ausgestellt: The Chinese Tea Room von 1911, in dem Mrs. Cranston chinesischen Tee servieren ließ. Mackintosh hatte dafür schwarze Lackmöbel und ein knallblaues Wanddekor entworfen, für das er Quadrate mit Pagodendesign kombinierte. Ein solches Interieur war europaweit einmalig.

Immerhin gibt es in Glasgow noch Orte, an denen man die Atmosphäre der legendären Teesalons nachempfinden kann. Einer liegt auf der Einkaufsmeile Buchanan Street: „The Willow Tea Rooms“.

Die Einrichtung hier ist zwar nicht antik, doch im Obergeschoss dem chinesischen Teesalon treffend nachempfunden. Rustikales Personal serviert ordentlichen Afternoon Tea, aber auch Lachs-Sandwich oder das schottische Nationalgericht Haggis: Schafsmagen gefüllt mit Innereien, Zwiebeln und Hafermehl.

Eleganter zugehen wird es in der Sauchiehall Street Nr. 217. Dort hat The Willow Tea Rooms Trust 2014 jenes Gebäude erworben, in dem Mackintosh 1903 komplett auf vier Etagen seinen aufwendigsten Teesalon für Catherine Cranston gestaltet hatte. Mit tatkräftiger finanzieller und moralischer Unterstützung von Trust-Begründerin Celia Sinclair arbeitet die gemeinnützige Organisation daran, das heruntergekommene Haus (das zuletzt ein Juweliergeschäft beherbergte) so originalgetreu wie möglich wiederherzustellen.

„Auch Prinz Charles unterstützt uns“, sagt Celia Sinclair, die fest daran glaubt, dass Glasgow mit der Wiederbelebung von Charles Rennie Mackintosh ein ähnlicher Erfolg gelingen wird wie Barcelona mit dem architektonischen Erbe von Antoni Gaudí.

Jahrelang wurde renoviert, 420 Möbelstücke wurden in Handarbeit nach alten Vorlagen gefertigt, ebenso Bleiverglasungen, Fenstergriffe, Wanddekoration – am Ende soll alles innen und außen so aussehen wie vor 114 Jahren. Eröffnet wird der neue alte Tea Room am 7. Juni 2018, dem 150. Geburtstag des Meisters.

Die Menükarte wird allerdings nicht den Vorgaben von Mrs. Cranston entsprechen, was ganz im Sinne von Meister Mackintosh sein dürfte: Es wird nicht nur Tee ausgeschenkt, sondern auch Alkohol.

Anreise: Glasgow wird nonstop angeflogen ab Berlin (Easyjet, Ryanair), Düsseldorf (Eurowings), Frankfurt (Lufthansa, Ryanair) und München (Lufthansa) oder via Amsterdam mit KLM.

Unterkunft: „Abode“, lässiges Boutiquehotel in einem früheren Bankhaus, Doppelzimmer ab 80 Euro, abodeglasgow.co.uk; „Z Hotel“, minimalistisches Design, zentrale Lage, Doppelzimmer ab 40 Euro, Media

Mackintosh-Highlights: „Charles Rennie Mackintosh: Making the Glasgow Style“, die neue Ausstellung im Kelvingrove Museum (bis 14.8.) ist Mackintoshs gesamtem Leben gewidmet. The Mackintosh House, detailgetreuer Wiederaufbau des Wohnhauses. Queen’s Cross Church, die einzige von Mackintosh errichtete Kirche ist geöffnet Mo, Mi, Fr. Die Glasgow School of Art bietet Führungen durch den Neubau sowie zweistündige Mackintosh-Touren durch Glasgow an. Das originalgetreue Teehaus Mackintosh at the Willow eröffnet am 7.6. in der Sauchiehall Street 217. The Lighthouse ist das erste öffentliche Gebäude nach einem Mackintosh-Entwurf, es beherbergt das Centre for Design & Architecture. Der dritte Stock ist komplett Mackintosh gewidmet, hier ist auch sein Entwurf der nie gebauten Liverpooler Kathedrale zu sehen.

Weitere Infos: Glasgow Life, Media Quelle: Infografik WELT

Die Teilnahme an der Reise wurde unterstützt von Glasgow Life. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter axelspringer.de/unabhaengigkeit.

Kleiner Beistelltisch - Eiche - Jugendstil - Antik - Antiquitäten - Jugendstil Möbel Wohnzimmer

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Jugendstil Buffet aus massivem Eichenholz mit Bleiverglastem Aufsatz ..

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Antiker Jugendstil Küchenschrank, Fichte weiß lasiert um 12 ..

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Art Deco Möbel Stockfotos & Art Deco Möbel Bilder - Alamy - Jugendstil Möbel Wohnzimmer

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Jugendstil entdecken: Ideen zum Einrichtungsstil! - Jugendstil Möbel Wohnzimmer

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Berliner Nussbaum Jugendstil Buffet gefertigt um 12 Epoche ..

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Antiker Jugendstil Schrank Massiv Eiche Geschirrschrank Wohnfertig ..

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